Auszeit tut not!

Autor: Udo Klemen
Bibelstelle: Psalm 71, 20-21

Auszeit tut not!
Du holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder. Psalm 71,20-21)

Irgendwie kam mir das Schema dieser Verse vertraut vor: Heraufholen, groß machen, trösten.
Wenn der Basketball- oder Volleyballtrainer seine Mannschaft zur Auszeit zusammenruft, befindet sie sich sicher nicht auf der Siegesstraße. Dann will er entweder den Rhythmus der gegnerischen Mannschaft stören, taktische Anweisungen geben oder Mut zusprechen. Auf den Punkt gebracht: Es gibt Probleme im Team.
Eine Auszeit zum rechten Augenblick hat schon mache/n Sportlerin/Sportler über das persönliche Tief hinweggeholfen und das Spiel wieder offen gestaltet. Der Trainer gibt Hinweise, zeigt Schwachpunkte auf, weist Mannschafts- und Einzelaufgaben zu.
Plötzlich ist die Motivation, eine wichtige Größe im Sport, wieder da, und damit auch der Glaube an den eigenen Sieg.
Wer am Boden liegt, braucht Auszeiten. Im Sport und auch im Leben.
Auf dem Spielfeld stellt sich im Blick auf das Endergebnis ja manche Auszeit als vergeblich heraus. Der Psalmbeter hat offensichtlich mit seinem Coach andere, allerbeste Erfahrungen gemacht: Du holst mich wieder herauf... Du machst mich sehr groß.
Auf jeden Fall wurde er nicht abgebürstet, sondern aufgerichtet. Nun kann er gestärkt auf ´s Feld laufen und weiter machen.
Wenn wir uns doch nur solche Auszeiten gönnen würden! ... Durch Stillsein und Hoffen würdet ihr stark sein. Diesen Rat gibt Jesaja seinem Volk, das auf Bedrohungen von außen mit Hektik und Betriebsamkeit - mit "rumrödeln" reagiert (Jes. 30,15).
Wäre das nicht auch ein gutes Rezept für das Spiel in der Sporthalle oder für das viel wichtigere auf dem Spielfeld des Lebens? Ein Stück angewandte Trainingslehre, die ja bekanntlich nur dann einen Sinn hat, wenn sie sich im rauhen Sportalltag bewährt.
Aber wir müssen uns die Auszeit nehmen. Auf unser Psalmwort übertragen bedeutet dies: Wir müssen Gott an uns handeln lassen. Der Psalmist hat ja Erfahrungen mit Gott gemacht. Er hat offenbar Tiefen im Leben kennengelernt. Und er kann berichten, wie er seine Krisen bewältigt hat: Im Hören auf  Gottes Trost und Zuspruch.
Bei ihm blieb das keine Theorie. Er hat seine Erfahrungen mit ins Leben genommen. Seine hohen Erwartungen sind nicht enttäuscht worden.
Mit einem Liedvers, der früher viel gesungen wurde, möchte ich schließen
"Keiner wird zuschanden, welcher Gottes harrt, sollt ich sein der Erste, der zuschanden wart? Nein, das ist unmöglich, du getreuer Hort, eher fällt der Himmel, eh mich täuscht dein Wort. Amen

 

 

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###SPALTEZWEI###