Arbeitsalltag in Indien
Esther Wallschläger aus dem CVJM-Landesverband Baden leistete im Rahmen des weltwärts-Programms von September 2010 bis Ende April 2011 ihren Freiwilligendienst in Madurai, Indien. Hier ein kurzer Auszug aus einem ihrer Berichte:
"Zu unserem Arbeitsalltag zählen auch Hausbesuche, die wir zusammen mit den Lehrern der geistig-behinderten Kinder machen, um mehr über den Hintergrund eines Kindes zu hören, unser Mitgefühl den Eltern auszudrücken und ihnen Hoffnung auf eine gute Zukunft für ihr Kind zu geben.
Meist machen wir bei den Besuchen sehr positive Erfahrungen. Man kann beobachten, wie Väter ihre behinderten Söhne knuddeln oder wie die Geschwister sich liebevoll kümmern. Aber auch die negativen Erfahrungen sind ein Teil der Besuche. Ein Mädchen beispielsweise wird von ihrer Mutter zu Hause angebunden, damit sie ihr nicht immer wegläuft. Wir haben auch schon einen Vater kennengelernt, der zwar akzeptiert, dass sein Sohn auf unsere Schule geht, jedoch in der Öffentlichkeit die geistige Behinderung seines Kindes verleugnet. Er will es einfach nicht wahrhaben.
Und dann gibt es noch die Kinder, deren Eltern sich gar nicht um sie kümmern und sie deshalb von ihren Großeltern großgezogen werden oder im Hostel der Schule leben.
Aber weil ein typisch indischer Hausbesuch kein Hausbesuch wäre, wenn es kein Essen gäbe, werden wir jedes Mal, wenn wir zu Besuch kommen, voll gestopft mit Keksen, Softdrinks, Tee, Snacks oder am Wochenende auch mal einem richtigen Mittagessen :-)."
Esthers Freiwilligendienst wurde durch das weltwärts-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Mehr Infos zum entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des CVJM findet ihr hier.



