Frauen-Selbsthilfegruppen
YMCA Marthandam - Projekt Nr. 411
Die Region um die kleine Stadt Marthandam ist eine der schönsten des Landes: ganz an der Südspitze des indischen Kontinents gelegen, ist sie mit ihren Traumstränden eine touristische Attraktion. Doch sobald man sich weiter ins Landesinnere in die ländlichen Gegenden begibt, regieren Armut, Analphabetismus und Arbeitslosigkeit, wovon insbesondere Frauen betroffen sind.
Der YMCA hat sich ihrer angenommen und Selbsthilfegruppen ins Leben gerufen, in denen sich Frauen zusammentun, handwerkliche Produkte erstellen und verkaufen. Die Erlöse werden zum großen Teil gespart und ermöglichen den Selbsthilfegruppen, Kleinkredite aufzunehmen, die ihnen Banken in Absprache mit dem YMCA gewähren. Damit können Anschaffungen gemacht, für Kinder Schulgeld und ärztliche Behandlungen bezahlt und sogar Reparaturen an Häusern vorgenommen werden.
Die Frauen erwirtschaften sich damit eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit von ihren Ehemännern und schützen auf diese Weise ihre Familie, falls der Mann stirbt, erkrankt oder arbeitslos wird. In Indien gibt es für diese Fälle keinerlei soziale Absicherungen.
Die Programme gehen aber noch weiter und fördern ganz aktiv die Bemühungen zur Gleichstellung der Frauen. In einer patriarchal geprägten Gesellschaft sollen Frauen ermuntert werden, selbstbewusster und mit mehr eigener Wertschätzung an der Entwicklung der Gemeinschaft teilzunehmen. Sie lernen in den Programmen des YMCA auch einfache Buchhaltung, wirtschaftliches Denken und eigenverantwortliches Handeln.
Die Frauen arbeiten zuverlässig und engagiert. Einige sind über sich selbst erstaunt: Seit sie in der Selbsthilfegruppe sind, können sie vor vielen Menschen sprechen, größere Treffen organisieren und Geschäfte abwickeln. Diese Fähigkeiten hätten sie sich zuvor nicht zugetraut. Sie bringen damit nicht nur ihre Familien, sondern auch ihre Gemeinden voran.
Der YMCA Marthandam unterhält seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit dem CVJM Norddeutschland.
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