Bildung für Slumkinder und mehr...
YMCA Ranchi, Projekt Nr: 118
Ranchi liegt in in Ostindien im Bundesstaat Jharkhand. Die Großstadt hat ca. 850.000 Einwohner von denen die meisten in mehreren Slums am Rande der Stadt leben. Sie kommen aus noch ärmeren Verhältnissen vom Land und gehören als "Unberührbare" (unterste Kaste) oder indigene Einwohner zu den am meisten benachteiligten und ausgenutzten Bevölkerungsgruppen in Indien.
Wir fördern hier ein Programm des YMCA Ranchi, der in dieser Arbeit schon über viel Erfahrung verfügt. Die Aufgaben, vor die sich die Mitarbeitenden im YMCA gestellt sehen, sind riesig, aber nach und nach werden sie angegangen. Sie bauen auf die Aktivierung der Bewohner in den Armenvierteln, die selbst Wege aus ihrer Misere finden sollen. Dabei erhalten sie Hilfe und Zuspruch vom YMCA.
Als eines der wichtigsten Ziele wurde die Bildung der Kinder ins Auge gefasst. In neun Slums werden Kinder in Kindergärten auf den Schulbesuch vorbereiten und bis zum Abschluss begleiten. Jugendlichen (vor allem Schulabbrechern) wird eine berufliche Ausbildung ermöglicht. Berufsbildungs-Kurse werden in einem Center des YMCA in folgenden Sparten organisiert: Automechanik, Elektronik, Nähkurse, Computerkurse.
In den kommenden drei Jahren sollen weitere 1.350 Kinder und Jugendliche durch dieses Programm erreicht werden. Dazu gehört auch die Fortbildung der Lehrer, die Bildung und Begleitung von Elternbeiräten.
Zum anderen konzentriert sich der YMCA Ranchi auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in den Armenvierteln.
Die Mitarbeiter der Gesundheitsstation des YMCA Ranchi besuchen die Kindergärten regelmäßig, um Untersuchungen durchzuführen und die nötigen Impfungen vorzunehmen. Medizin und Impfungen sind kostenfrei. Alle Kinder bekommen eine Mittagsmahlzeit. In regelmäßigen Abständen werden Informationsveranstaltungen zu gesunder Ernährung, Gefahren durch HIV/AIDs und Säuglingsvorsorge durchgeführt. Außerdem werden die Eltern über die Bedeutung der hygienischen Verhältnisse informiert und leicht umsetzbare Verbesserungen dazu vermittelt.
Ein dritter Bereich für die Arbeit ist das Bewusstseinsbildungsprogramm
Vielen Slumbewohnern fehlt es nicht nur an Arbeitsmöglichkeiten und Geld, sondern auch an dem Wissen und Selbstbewusstsein, bestimmte Leistungen von offiziellen Stellen einzufordern. Dazu werden für die Gemeinde Seminare und Workshops zu Fragen der Gesundheit und Rechtsfragen durchgeführt. Dadurch werden die Menschen in den Slums sensiblisiert. In diesem Zusammenhang sind Kontakte zu den formellen und informellen Leitern in der Gemeinde wichtig und werden vom YMCA gepflegt: religiöse Führer, Ortsvorsteher, Sozialarbeiter, einflussreiche aktive Frauen oder Jugendliche.



