Integration ins Arbeitsleben
YMCA Quindío - Projekt Nr. 171
Die Region Quindio gehört zu den ärmsten Landesteilen Kolumbiens und hat zudem eine sehr hohe Rate von Menschen mit dauerhaften Behinderungen. Bisher wurde versucht, behinderten Menschen eine Verdienstmöglichkeit zu schaffen, indem sie z.B. Müll sortierten. Die gewonnenen Wertstoffe konnten dann an eine Recyclingstelle verkauft werden. In einem Pilotprojekt des kolumbianischen CVJM = ACJ sollen nun junge behinderte und nicht behinderte Menschen zwischen 15 und 29 Jahren in verschiedenen Berufen ausgebildet werden. Sie sollen dadurch fit gemacht werden für die Integration in reguläre Arbeitsprozesse.
Ende des Jahres 2009 hatte die ACJ Quindío mit diesem Projekt begonnen, das auch vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) begleitet wird. In diesem neuen Projekt der ACJ sollen besonders die jungen Leute, die schon selbst für eine Familie sorgen müssen, die Möglichkeit bekommen, in einem von bis zu 20 verschiedenen Berufen geschult zu werden. Weil schon zu Beginn ansässige Betriebe aufgesucht und in das Projekt eingebunden werden, kann ganz gezielt auf den Bedarf hin ausgebildet werden. Einzelne Betriebe nehmen Jugendliche auch schon während der Ausbildung zu Praktika auf. Vorerst sollen so 15 junge Leute mit Behinderung und 35 ohne Behinderung in den nächsten drei Jahren dauerhaft in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden.
Der ACJ Uruguay, der ein ähnliches Projekt vor einigen Jahren durchgeführt hat, stellt Mitarbeitende und Lehrmaterial zur Verfügung, das an die Erfordernisse in Quindío angepasst wird. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter werden von der ACJ geschult, öffentliche Stellen, eine staatliche Ausbildungsstätte und andere Organisationen aus dem Jugend- und Behindertenbereich werden miteinander vernetzt. Arbeitgeber und Betriebe werden gesucht und für ihre soziale Verantwortung sensibilisiert, um sie für die dauerhafte Anstellung junger Menschen zu gewinnen. So soll in dem kleinen Bundesland eine solide, langfristige Verbesserung der Situation junger Menschen erreicht werden, was zu positiven Auswirkungen für mindestens 250 weitere Personen, meist Familienangehörigen führt.
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