Terror ist an der Tagesordnung

ACJ Santander/Kolumbien - Projekt Nr. 340

In Kolumbien sind Terror und Gewalt an der Tagesordnung. Zahlreiche Jugendliche haben keine schulische oder berufliche Perspektive, nehmen Drogen und geraten in schlechte Kreise, in denen Gewalt vorherrscht.  Einfache Beschäftigungen für Jugendliche reichen nicht aus, um langfristige Änderungen und Fortschritte zu erzielen. Für die Arbeit der ACJ in Santander sind dies enorme Herausforderungen.

Die ACJ ist überzeugt, dass der Auftrag, das Königreich Christi auszubreiten und die christlichen Werte zu fördern, der richtige Weg ist, mit Familien, Gemeinden und Einzelpersonen zu arbeiten. Die ACJ sieht ihre fundamentale Rolle darin, die Lebensqualität von Tausenden von Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen die ACJ aufsuchen, zu verbessern.
Die ACJ setzt daher an verschiedenen Punkten an:

Programm für Wiedereingliederung: Straffällig gewordene Jugendliche werden innerhalb ihrer Familien betreut. Sie erhalten Hilfe beim Schulbesuch, nehmen an Workshops teil, die ihnen Zugang zu diversen weiteren Bildungsmöglichkeiten geben. In Einzelgesprächen, Hausbesuchen und Therapieangeboten werden sie psychologisch betreut. Sie arbeiten das auf, was sie getan haben und was sie mit dem Gesetz in Konflikt gebracht hat. Sie werden gestärkt gegenüber Drogen.

Wenn die Betreuung abgeschlossen ist, werden sie auch darüber hinaus noch auf ihrem Weg begleitet. Später übernehmen sie ihrerseits Verantwortung für Jugendliche mit ähnlichem Schicksal. Sie sind so eher geschützt vor verschiedenen Arten von Missbrauch, Ausbeutung, Misshandlung, Diskriminierung und allem, was einer ganzheitlichen Entwicklung entgegensteht und sind der Lage, durch vorgelebtes Beispiel anderen Jugendlichen beim ihrem Schritt aus Gewalt und Armut beizustehen. Hierfür nehmen sie an pädagogischen Weiterbildungen teil. Die ACJ vermittelt sie auch in Kurse zur Arbeitsvorbereitung um ihre Chancen auf eine würdige Zukunft zu erhöhen.

Gewalt- und Drogenpräventionsprogramm: Die ACJ arbeitet mit über einhundert Jugendclubs zusammen, die von den Jugendlichen in Eigenregie geführt werden. Die ACJ schult die Jugendleiter, die sich regelmäßig versammeln, begleitet und berät sie, macht auch Hausbesuche und bildete ein Begleitkomitee mit Jugendvertretern und Stadtverwaltung.

Intensive Gespräche zur Sensibilisierung für die Probleme finden statt. Gemeinsam wird ein Plan zur Durchführung des Programms aufgestellt. Drei Gruppen bzw. Netzwerke haben sich zur Vorbeugung und zur Intervention für die Problematik des Drogenkonsums gebildet.

Sozialisierungsprogramm: Jugendliche werden eingeladen, innerhalb ihres Stadtviertels für ein besseres Image der Jugend beizutragen. Hierbei werden vor allem Jugendliche angesprochen, die noch nicht straffällig geworden sind, aber schon so vernachlässigt sind, dass sie fast oder ganz auf der Straße leben.

Familienbildungsprogramm: Mütter werden für die Gefahr sensibilisiert, in der ihre vernachlässigten Kinder leben. Die ACJ führt Sozialstudien durch, um festzustellen, welche Kinder besonders gefährdet sind in die Gewalt abzurutschen. Dann werden gezielt Hausbesuche vorgenommen und Seminare für die Eltern angeboten. Den Eltern wird das Programm vorgestellt, gleichzeitig werden auch ihnen Therapien angeboten, denn oft sind die Ehen zerrüttet, Alkohol oder Drogen sind mit im Spiel: Alles Reaktionen auf die enormen Herausforderungen und die wirtschaftliche Ausweglosigkeit, in der sich die Familien befinden und weswegen Eltern vollkommen überfordert sind, ihre Familien zu versorgen.
Bei 80 Familien haben sich durch das Programm der ACJ schon erhebliche Verbesserungen gezeigt.

Für die kommenden Jahre hat sich die ACJ vorgenommen, ihre Organisation weiter zu stärken. Dazu sollen auch vermehrt Ehrenamtliche engagiert werden. Für arbeitende Kinder und für Familien soll ein Bildungsangebot aufgestellt werden. Gewaltopfer und Jugendliche mit Drogenproblemen sollen in der ACJ eine Anlaufstelle finden, und in Gemeinden mit hohem Gefahrenpotential sollen verstärkt Projekte stattfinden.

 

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