Lehrwerkstatt in Kaduna steht wieder!

Rohbau der Lehrwerkstatt mit neuer Stahlgiebelkonstruktion

Kaduna, Nigeria / Projekt Nr. 130

 Während der schweren Unruhen infolge der „Miss-World“-Wahl in Nigeria im Jahre 2002 war die Lehrwerkstatt des VTC Kaduna geplündert und niedergebrannt worden. Nur wenige Werkzeuge konnten noch gerettet und in einem Schuppen am Stadtrand gelagert werden. Der Lehrbetrieb wurde dennoch weitergeführt – auf der Straße. Mit einfachsten Mitteln wurden Schlosser- und Flaschnerarbeiten zu Lehrstücken. Die vier Lehrer haben immer wieder Menschen gefunden, die den zwanzig Lehrlingen Aufträge und damit Lernmöglichkeiten gaben. Theorie-Unterricht hab es in einem Klassenzimmer der Grundschule.

Ein Grundstück hatte der YMCA Kaduna schon länger in Aussicht. Darauf sollte eine neue Lehrwerkstatt entstehen. Bis 2004 konnten die Außenmauern errichtet werden. Aus dem abgebrannten Berufsschulgebäude konnten Lehrlinge noch etliche Stahlträger holen. Was vom Feuer nicht durchgeglüht wurde, ist weiter benutzbar. Von Hand, mit einfachen Eisensägen, Hämmern und Feilen wurden die Träger gerichtet. Und zusammen mit viel neuem Stahl wächst so ein Dach. Das neue Gebäude ist größer, denn für die erweiterte Ausbildung wird mehr Platz benötigt. Zehn Schweißplätze kommen hinzu und ein größerer Maschinenraum ist nötig.

Dann gibt es noch das große, alte Schweißgerät. 2001 wurde es über das ejw gespendet und mit dem Schiff nach Nigeria verfrachtet. Als die Unruhen damals begannen, hatte ein Lehrer es geistesgegenwärtig abtransportiert, im Kofferraum eines fliehenden Taxis. Nun kann es wieder benutzt werden, um die Träger für das neue Dach zu schweißen. Auch dies ist ein Unterrichtsprojekt für die Lehrlinge. Wenn der stählerne Dachstuhl fertig ist und das Dach geschlossen wird, dann wird diese Gruppe von Lehrlingen wohl die Ausbildung abschließen können. Der nächste Jahrgang kann dann im neuen Gebäude beginnen!

Nun braucht die Lehrwerkstatt wieder gutes Lehr-Werkzeug, Schraubstöcke und Maschinen. Nach zwei Jahren Notbetrieb am Straßenrand wollen Schüler und Lehrer endlich wieder qualifiziert lernen – damit die blutige Gewalt, die die alte Lehrwerkstatt zerstört hat, nicht das letzte Wort über der Zukunft der Jugendlichen bleibt.
Mit der neuen Werkstatt wächst die Hoffnung auf eine friedliche Zunkunft in Kaduna.

Das Evangelium im YMCA und neue Schraubstöcke in der Lehrwerkstatt können nun wieder zusammen eine gute Grundlage für die Hoffnung der jungen Leute in Kaduna werden.

  

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