Es ist gut, eine Chance zu bekommen...
Der Nationalverband der YMCA in Sri Lanka hatte im Jahr 2007 – in Reaktion auf die äußerst schwierige wirtschaftliche Lage vieler Menschen nach dem Tsunami – damit begonnen, Berufsausbildungskurse einzurichten. Zunächst wurden in Matara verschiedene Computerkurse angeboten. Im Jahr 2009 konnten dann die ersten Berufsausbildungskurse für Elektriker, Schweißer, Klempner, Zimmerleute, Motorradmechaniker und Kosmetikerinnen beginnen. Zusätzlich werden Kenntnisse in Wirtschaftlichkeit und Management vermittelt.
Das Ziel ist, in den nächsten 3 Jahren 2300 Jugendlichen eine Ausbildung in den oben genannten Berufen zu ermöglichen. Damit können die Lebensverhältnisse der Absolventen und ihrer Familien dauerhaft verbessert werden.
In 2009 haben insgesamt 309 Auszubildende Unterricht erhalten. Damit wurde das Planziel nicht ganz erreicht, was vor allem am Umbau des Gebäudes und am Mangel an Lehrkräften lag. Alle Kurse werden in Übereinstimmung mit den offiziellen Lehrstandards der Bildungsbehörde geführt, damit die Absolventen später ein anerkanntes Zertifikat erhalten.
Der YMCA Matara hat auf eigenem, verkehrstechnisch günstig gelegenem Gelände, ein 2-stöckiges Gebäude errichtet, in dem weitere Kurse angeboten werden. Die Kosten für die Computerkurse sind so niedrig gehalten, dass Jugendliche aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen teilnehmen können. Die Kurse sind auch ein Angebot an Schulabbrecher und verhelfen z.B. jungen Frauen, die in ihrer Gesellschaft oft beruflich benachteiligt sind, zu besseren Bildungs- und Erwerbsmöglichkeiten.
Welchen Wert dieses Angebot für die jungen Menschen in Sri Lanka hat, zeigt uns das Beispiel von Erasu.
Ein Auszubildender erzählt: „Es ist gut, eine Chance zu bekommen.“ Heute hat er etwas zu tun und kann wieder fröhlicher sein. Der Tsunami von 2004 hinterließ auch in seinem Leben Spuren, die bis heute nachwirken. Die Schulausbildung abschließen – dafür war damals keine Zeit. Sich um die Familie zu kümmern und zusammen zu halten, war das Gebot der Stunde. Dass er nun Jahre später keinen Job bekommt, damit hat er nicht gerechnet. Seinen Freunden ergeht es nicht anders, Schulabbrecher sind nicht gern gesehen. Der Aufbruch ins Leben stockt für den 19-jährigen. Die typischen Berufe als Fischer oder Bauer haben keine Zukunft, da das Einkommen kaum zum Leben reicht. Erasu wünscht sich ein anderes Leben. Deshalb kommt er zum Kurs „Schweißen und Löten“ des YMCA Matara um dort eine Ausbildung zu machen. „Nun habe ich Wissen über das Arbeitsleben erhalten und kann ein eigenes Installateurgeschäft betreiben“ träumt Erasu. Auf jeden Fall kann er im Produktionszentrum des YMCA mitarbeiten, wenn er den Kurs beendet hat.
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