Engagement für ein verantwortungsbewusstes Leben

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Jugendprogramme in Südafrika - Projekt Nr. 320

Vom Leben auf der Straße zurück in geordnete Bahnen: Der Lebensweg von Jason
Jason war schwer drogenabhängig, roch abstoßend und sprach nur in Fäkalsprache. Weil er auf der Straße lebte, waren alle seine Instinkte aufs blanke Überleben konzentriert. Eines seiner Lieblingsspiele war es, ein Plastikstück zwischen die Zehen seiner schlafenden Freunde zu klemmen und dann mit einem Streichholz anzuzünden. Je mehr sie litten, um so lauter erschallte sein Lachen. Er erhielt dadurch eine seltsame Genugtuung. Heute ist er 15 Jahre alt und lebt nach fünfmonatigem Kontakt zum YMCA Cape Flats wieder zu Hause.

Jason konnte über eine Pilotstudie gewonnen werden, die von einem städtischen Programm gesponsort wurde. In dieser Studie geht es darum, die Möglichkeiten auszuloten, in wieweit Straßenkinder dazu gebracht werden können, wieder daheim zu leben. Von Jason hätten wir am wenigsten gedacht, dass er positiv darauf reagiert. Aber irgendetwas im Kontaktcamp, wo er zunächst hinkam, hatte sein Leben berührt. Er traf eine wichtige Entscheidung: Er wechselte von der Straße zu einer unserer Unterkünfte. Diesen Schritt vollzog er aus freien Stücken. Er nahm an den wöchentlichen Programmen teil und versucht sich in diversen Arbeiten. Derzeit arbeitet er mit Taxis, verdient nicht viel, aber es reicht für die notwendigsten Dinge zu Hause.
Updates Cape Flats YMCA, Südafrika

Christliche Jugendarbeit in Südafrika

Das YAM HIV/Aids-Programm ist tief verankert in einem ganzheitlichen Leitbild. Es beinhaltet nicht nur physische und biologisch-medizinische Aspekte, sondern auch soziale, emotionale und geistliche Aspekte der Erkrankung. Alle persönlichen Bereiche werden dadurch berücksichtigt: Heirat, Leben in der Familie und andere Beziehungen.
Die meisten Aktivitäten der Programme befassen sich mit Schulungen und Bewusstseinserzeugung mittels Workshops und Seminaren.

Durch das Programm konnten über 3000 junge Leute, Eltern, Pastoren, Schulungsleiter u.a. in Kirchen, Schulen und sonstigen Bereichen erreicht werden. Eltern sind in der Regel sehr angenehm überrascht, wenn die Haupt- und Ehrenamtlichen von YAM sie besuchen kommen und mit ihnen über ihre Kinder sprechen. So haben sie das Gefühl, Partner in der anspruchsvollen Erziehungsaufgabe zu sein und ihre heranwachsenden Kinder nicht aus den Augen zu verlieren.

Ständige Mitarbeiterschulungen sorgen für eine gute Ausbildung der Mitarbeiter, die in Schulen und Gemeinden ausschwärmen und Aufklärungsarbeit leisten. Dabei erhalten sie auch geistlichen missionarischen Unterricht, damit sie auf effektive Weise das Evangelium verkünden können. Sie werden Zeugen für Jesus Christus in Wort und Tat. Dieser Unterricht beinhaltet Bibelstunden und besondere Gebetsaktivitäten. In den Ferien werden auch Bibelcamps veranstaltet. Anhand eines konkreten, das Leben der jungen Leute bestimmenden Themas wie z. B. Drogen, frühe Schwangerschaften, gegenseitiger Respekt im Elternhaus, Demokratie, Schulausbildung usw. wird kritisch über eigene Erfahrungen diskutiert und nachgeforscht, welche Hilfen und Hinweise das Wort der Bibel dazu bereitstellt. Dadurch wird deutlich, dass die meiste Unterstützung und dauerhafteste Stütze im Leben die Liebe zu Gott durch seinen Sohn, Jesus Christus, ist.

Um sich von schlechten Lebensweisen zu entfernen und sein Leben zu verändern, muss man sich von innen heraus verändern. Erst dann erscheint die Umwelt in einem anderen Licht und es fällt leichter, Verantwortung zu übernehmen und schwierige Situationen zu überwinden. Diese Erfahrung ist eine Grundvoraussetzung für die YAM-Mitarbeiter.

YAM bietet zahlreiche Fahrten, Ausflüge, Workshops und Sportveranstaltungen für Kinder und Jugendliche aus den Townships der großen Städte an. Auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Südafrika beten die Verantwortlichen, dass diese Freizeitveranstaltungen weiterhin möglich sein können, denn die Kosten steigen, aber die Kaufkraft der Familien sinkt kontinuierlich. Es bleibt zu hoffen, dass vor allem weiterhin Kinder aus armen Familien an diesen Freizeiten teilnehmen können, denn sie haben sonst keine Chance, einmal aus der Stadt herauszukommen.

Der Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Lage sieht in Südafrika noch immer schlecht aus für junge dunkelhäutige Menschen aus ärmeren Gegenden. Deswegen engagiert sich YAM zunehmend für Bildung der Jugendlichen. Während der Schulzeit werden vermehrt Computerkurse für Anfänger angeboten und natürlich werden hierfür immer wieder Computer gesucht, die noch vernünftig funktionieren.

Vor einiger Zeit wurde ein Schulunterstützungsprogramm ins Leben gerufen. Die Kurse fanden großen Anklang. Dort engagieren sich viele Ehrenamtliche als Nachhilfelehrer und sorgen dafür, dass auch finanziell benachteilige Kinder und Jugendliche den Anschluss in der Schule nicht verlieren.

Seit einigen Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen dem YMCA in Südafrika und dem CVJM-Landesverband Sachsen.


 

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