100 FSJler erobern die Hauptstadt
Berlin (cvjm). Vom 8. bis 17. März 2010 fand in Berlin das FSJ-Seminar des CVJM-Gesamtverbands (Christlicher Verein Junger Menschen) statt. Ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren die jungen Erwachsenen in Ortsvereinen, Kirchengemeinden, Jugendwerken und Gästehäusern des CVJM in ganz Deutschland. Das Seminar nutzten sie, um Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen, sich mit dem eigenen Glauben auseinander zu setzen und Berlin mit all seinen Facetten kennen zu lernen.
In den ersten Seminartagen drehte sich das Programm um die deutsche Nachkriegsgeschichte. Lebendig wurde das ehemals geteilte Deutschland bei einer Führung von ehemaligen Gefangenen durch das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen sowie einer Besichtigung der einstigen Grenzhäuser in der Bernauer Straße. Hier berichteten Zeitzeugen, darunter Jörg Hildebrandt, Witwer der Politikerin Regine Hildebrandt, von aufregenden Fluchtversuchen, die die Straße so legendär machten.
Der zweite Teil des Programms erlaubte die Auseinandersetzung mit aktuellem Zeitgeschehen. In fünfzehn so genannten "Berliner Gesprächen" standen Abgeordnete des Bundestages Frage und Antwort zu brisanten Themen aus Familienpolitik, Entwicklungspolitik, Gender Mainstreaming, dem Generationenvertrag und vielem mehr. Die anregenden Diskussionen weckten das Interesse der jungen Erwachsenen an politischen Themen, auch und vielleicht gerade aufgrund der Erkenntnis, dass es auf viele Fragen keine einfachen Antworten gibt.
Zwischendurch gab es genügend Zeit, sich miteinander über den Dienst im jeweiligen FSJ auszutauschen. Die Motivation der jungen Teilnehmenden für den Freiwilligendienst ist dabei sehr unterschiedlich. So möchte sich die eine in dem Jahr versichern, dass sie auch auf Dauer gerne mit Kindern arbeitet, der andere nach einem längeren Auslandsaufenthalt auf diese Weise wieder Fuß in Deutschland fassen. Viele der jungen Männer lassen das FSJ als Zivildienst anerkennen, andere wurden ausgemustert und investieren dennoch ein Jahr für gesellschaftliches Engagement. Allen gemeinsam ist, dass sie gerne in der Jugendarbeit tätig sind und etwas von dem weiterschenken möchten, was sie selbst im CVJM oder der Kirche lernen und erleben durften.
Nach diesen 10 Tagen geht es zurück an die jeweiligen Einsatzstellen. Ende des Sommers beenden die meisten ihr FSJ. Bereut hat die Investition eines Jahres bisher fast niemand. Nico aus Gütersloh ist begeistert: "Ich gebe mich voll rein in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das macht wirklich Spaß und mein Engagement wird anerkannt, das tut mir gut." Micha aus Görlitz hat keinen Studienplatz als Lehrer bekommen und macht sein FSJ in einer Schulaufgabenbetreuung und sagt: "Ich bin froh über diesen Umweg. Ich arbeite nun fast wie ein Lehrer. Das ist nicht immer einfach, wenn die Schüler mal schlecht drauf sind, aber da kann ich jetzt schon mal probieren, damit umzugehen."
Der CVJM schreibt jedes Jahr über 100 FSJ-Stellen aus. Interessierte finden eine Liste aller FSJ-Stellen des CVJM in Deutschland unter www.cvjm.de/fsj. Rückfragen und Kooperationsanfragen beantwortet Klaus Martin Janßen unter (0561) 30 87 - 256 oder per Mail an fsj(at)cvjm.de.
"Berliner Gespräche" kann jede CVJM-Gruppe in Deutschland in Anspruch nehmen. Sigrid Müller vermittelt für Gruppen ab 15 Personen gern ein solches Gespräch zu gewünschten Themen in Berlin. Alternativ stehen Abgeordnete unter dem Titel "Miteinander reden, voneinander lernen" im Rahmen von Sommerfreizeiten Rede und Antwort. Interessierte erreichen Sigrid Müller telefonisch unter (05 61) 30 87 - 236 oder per Mail an jugendpolitik(at)cvjm.de.
Presse-Kontakt: Maren Kockskämper, Leiterin des Referats Kommunikation
Tel.: (05 61) 30 87-2 42, Handy: (01 70) 99 55-3 09, E-Mail: presse(at)cvjm.de
Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM/YMCA) ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation mit insgesamt 45 Millionen Mitgliedern. In Deutschland hat der CVJM-Gesamtverband 330.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmer. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt ist die örtliche Jugendarbeit in den 2.200 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.
Präses (Vorsitzender) des CVJM-Gesamtverbandes ist Karl-Heinz Stengel, Ministerialrat beim Landesrechnungshof Baden-Württemberg, aus Remchingen in Baden. Hauptamtlich geleitet wird der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. mit seiner Geschäftstelle in Kassel von CVJM-Generalsekretär Pfarrer Dr. Wolfgang Neuser, MBA.






