Bildung statt Straßenbau
23.08.2010
Marie Luise von Halem baut mit Jugendlichen Grundrechtepyramide auf
Mötzow / Berlin / Kassel (cvjm). Die Parlamentarische Geschäftsführerin und bildungspolitische Sprecherin der Brandenburger Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und OB-Kandidatin für Potsdam, Marie Luise von Halem hat am 20. August 2010 das Outdoor- und Erlebniscamp des CVJM-Ostwerkes – Landesverband Berlin-Brandenburg - (Christlicher Verein Junger Menschen) in Mötzow bei Brandenburg, besucht. An dem Camp, das vom13. bis 21. August 2010 istattfand und von Andreas Lindauer geleitet wurde, nahmen 21 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren aus Berlin und dem Land Brandenburg, sowie fünf Mitarbeitende teil.
Die Grundrechtepyramide steht wieder
Zu Beginn ihres Besuches baute Marie Luise von Halem, gemeinsam mit Jugendlichen, die Grundrechtepyramide, die im Rahmen des CVJM-Projektes „Da stehen wir drauf“ zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes entstanden war, neu auf. (Sie war am Ende Ökumenischen Kirchentages in ihre Einzelteile zerlegt worden, um sie von München zurück an ihren Standort nach Mötzow transportieren zu können.) Frau von Halem organisierte den Aufbau und griff auch selbst zum Akkuschrauber. Zum Schluss stand die Grundrechtepyramide wieder vor der Sporthalle der Perspektivfabrik.
Im Anschluss daran hatten die Jugendlichen die Gelegenheit ihr Wissen über das Grundgesetz in einem Quiz zu testen. Lukas ging mit zehn Richtigen als Sieger durch’s Ziel. Dafür gab es ein Eis gratis und die Spitzenposition beim Gruppenfoto.
Im Leben nicht nur darum kümmern, dass es einem selber gut geht
Bei einer Diskussionsrunde interessierten sich die Jugendlichen für die Motivation von Frau von Halem sich politisch zu engagieren. Die Grünenpolitikerin erklärte den Jugendlichen, dass sie so erzogen sei, sich im Leben nicht nur darum zu kümmern, dass es einem selber gut gehe, sondern immer auch etwas für die Gemeinschaft zu tun. So habe sie sich zunächst ehrenamtlich politisch engagiert. Bei ihrer früheren Tätigkeit in einem Verlag habe sie sich dann zunehmend gefragt, ob die Produktion von Büchern wirklich alles im Leben sein könne. Bei ihrer heutigen hauptberuflichen Tätigkeit in der Politik gäbe es die Unterscheidung zwischen Beruf und Ehrenamt praktisch nicht mehr, weil sie alles was sie tue auch als Landtagsabgeordnete mache. Wichtig sei aber in der Freizeit Ausgleich zu finden. Wer immer nur arbeite, tue damit weder sich selber noch anderen einen Gefallen.
Investitionen in Bildung statt in Straßenbau
Inhaltlicher Schwerpunkt der Diskussion war die Bildungspolitik. Angesichts der Haushaltlage, die sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen werde, sprach sie sich für eine klare Prioritätensetzung für Bildung aus. Einsparungen könnten beim Straßenbau vorgenommen werden, so die Grünenpolitikerin. Mehr Schulden sind nach Ansicht von Frau von Halem keine Lösung, weil die der jungen und künftigen Generationen aufgebürdet würden.
Angesichts des Skandals, dass der Bildungserfolg von Kindern nirgends so stark wie in Deutschland vom Geldbeutel der Eltern abhänge, müsse die Förderung früh beginnen. Investitionen in die Bildung müssten vor allem in Kindertagesstätten und Grundschulen erfolgen. Ein Schüler-Bafög, wie in Brandenburg von der rot-roten Landesregierung gerade eingeführt, entfalte keine positive Wirkung, sondern sei Geldverschwendung. Die Weichen für den Bildungserfolg von Kindern würden viel früher gestellt.
Mehr Fortbildung für Lehrer
Marie Luise von Halem sprach sich angesichts des schlechten Abschneidens der Brandenburger Schüler im OECD-Vergleich gegen Lehrerschelte aus. Vielmehr müsse Lehrern, die in ihrer Ausbildung häufig nur Frontalunterricht gelernt hätten, Angebote zur Fortbildung gemacht werden.
Bei einem Rundgang über das weitläufige Freizeitgelände des CVJM und der Perspektivfabrik informierte Thomas Maier, Leiter des CVJM-Ostwerkes, die Abgeordnete über die die Geschichte und die derzeitigen pädagogischen Angebote der Einrichtungen und weitere Pläne.
Zum Schluss erhielt Marie Luise von Halem ein Zertifikat, das ihr die erfolgreiche Teilnahme am Praktikum bescheinigte.
Der Besuch von Marie Luise von Halem, MdL, fand im Rahmen der zeitlich unbefristeten bundesweiten Aktion “PiP“ (Politiker im Praktikum) statt, für die Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan die Schirmherrschaft übernommen hat.






