An Killerspielen verdient eine ganze Industrie
Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler bei CVJM-Jugendfreizeit auf der Burg Wernfels
Spalt / Kassel, 13.08.2009 (cvjm). Die Vorsitzende des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages, Marlene Mortler, MdB, hat am 14. August 2009 die Jugendfreizeit des CVJM-Kreisverbandes Starkenburg (Christlicher Verein Junger Menschen) auf der CVJM-Burg Wernfels (Spalt) besucht. An der Freizeit nehmen 65 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren und neun vorwiegend ehrenamtlich Mitarbeitende teil. Im Mittelpunkt des Besuches der CSU-Politikerin stand eine Diskussion mit den Jugendlichen, deren Themenpalette von Gewalt in den Schulen über sogenannte Killerspiele bis zu grüner Gentechnik, alternativen Energien und Agrarsubventionen reichte.
Geteilte Meinungen: Killerspiele
Kontrovers diskutierten die Jugendlichen mit Marlene Mortler über sogenannte Killerspiele. Man könne Aggressionen abbauen und strategisch denken lernen, so lauteten u. a. die Argumente für die Spiele. Marlene Mortler überzeugte das nicht. Als die Bundesjugendministerin schärfere Jugendschutzbestimmungen bei Computerspielen in Angriff genommen habe, habe sie massiven Druck von den Herstellern bekommen. „An Killerspielen verdient eine ganze Industrie.“, gab Marlene Mortler zu bedenken. Studien über Vorteile von „Killerspielen“ beurteilte sie kritisch. „Bei Studien kommt es immer darauf an, wer sie in Auftrag gegeben hat.“ Insbesondere für Jugendliche, die kein intaktes Elternhaus und nicht die Möglichkeit hätten, mit jemandem darüber zu sprechen, gehe von diesen Spielen eine große Gefahr aus.
Gewalt in der Schule
Weitestgehende Einigkeit bestand darin, dass Gewalt an Hauptschulen eine größere Rolle spiele als an Gymnasien. „Mangelnde Anerkennung“ machte ein Gymnasiast als Grund dafür aus. Für Marlene Mortler ist auch der schlechte Ruf der Hauptschulen ein Problem. „Wahrscheinlich wird man dem Kind demnächst einen anderen Namen geben.“ Es gäbe aber auch immer mehr Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmerten, so Frau Mortler. Diese Kinder seien dann in der Schule besser aufgehoben als zu Hause. Deshalb werde es künftig mehr Ganztagsschulen geben, vor allem aber in den Ballungsgebieten, wo die Probleme entsprechend größer seien.
Kinderpornografie
Marlene Mortler sprach sich dafür aus, die Kinderpornografie weltweit konsequent zu bekämpfen. Die Opfer seien zum Teil kleine Kinder, die brutal vergewaltigt, dabei schwer verletzt und am Ende „auf den Mist geschmissen“ würden.
CSU-Programm
Auf die Frage nach den wichtigsten Punkten im CSU-Programm, nannte sie Generationengerechtigkeit, Steuergerechtigkeit und die Landwirtschaft. Die Lasten zwischen den Generationen müssten gerecht verteilt werden, so die CSU-Politikerin. Politik dürfe nicht nur die Rentner im Blick haben sondern auch die jungen Leute, die die Beiträge aufbringen müssten. Dass dies nicht einfach ist, machte sie an der Lobbyarbeit des VdK (Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge) deutlich, der für sich in Anspruch nimmt, alle Rentner, Menschen mit Behinderung und Hartz IV-Empfänger in Deutschland zu vertreten und deutlich artikuliert, dass keine Partei in Deutschland Politik gegen die Rentner machen könne. Kritik aus der Gruppe gab es in diesem Zusammenhang an der kürzlich beschlossenen Rentengarantie, die von Frau Mortler geteilt wurde. Es dürfe nicht sein, dass Menschen mit niedrigem Einkommen netto weniger Geld zur Verfügung hätten, als etwa ein Hartz IV-Empfänger, sagte sie zum Thema Steuergerechtigkeit. Die Landwirtschaft sei die Grundlage dafür, dass die Menschen genug zu essen und zu trinken hätten. Die Nahrungsmittel, die in Deutschland zur Versorgung der Bevölkerung gebraucht würden, sollten auch im eigenen Land hergestellt werden, um nicht von anderen Ländern abhängig zu werden, wie etwa beim Erdöl.
Der Besuch von Marlene Mortler, MdB, fand im Rahmen der diesjährigen bundesweiten Aktion “Miteinander reden - voneinander lernen: Politikerinnen und Politiker beim CVJM“ statt, die in diesem Jahr zum 13. Mal in Folge stattfindet. Bundesjugendministerin Dr. Ursula von der Leyen hat die Schirmherrschaft dafür übernommen. Ihr Grußwort für die Aktion finden Sie hier: www.cvjm.de/jupo
Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM/YMCA) ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation mit insgesamt 45 Millionen Mitgliedern. In Deutschland hat der CVJM-Gesamtverband 330.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmer. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt ist die örtliche Jugendarbeit in den 2.200 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.
Präses (Vorsitzender) des CVJM-Gesamtverbandes ist Karl-Heinz Stengel, Ministerialrat beim Landesrechnungshof Baden-Württemberg, aus Remchingen in Baden. Hauptamtlich geleitet wird der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. mit seiner Geschäftstelle in Kassel von CVJM-Generalsekretär Pfarrer Dr. Wolfgang Neuser, MBA.



