Erfolgerlebnis mit 14: Die Landesregierung knickt ein
16.08.2010
Antje Tillmann bei deutsch-rumänischer Jugendbegegnung in Erfurt
Erfurt / Stadtroda / Berlin / Kassel (cvjm). Die Erfurter CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann hat am 13. August 2010 die deutsch-rumänische Jugendbegegnung des CVJM Stadtroda (Christlicher Verein Junger Menschen) in Erfurt besucht. An der Jugendbegegnung nehmen 15 Jugendliche und junge Erwachsene aus Rumänien und Deutschland teil. Den CVJM Stadtroda verbindet eine langjährige Partnerschaft mit jungen evangelischen Christen in Siebenbürgen.
Politisch engagiert von Jugend an
Die jungen Rumänen und Deutschen wollten von ihrer Gesprächspartnerin wissen, wie sie in die Politik gekommen sei. Die gebürtige Rheinländerin Antje Tillmann musste nicht lange überlegen. Sie habe als Schülerin eine katholische Schule besucht. Die damalige SPD-Landesregierung habe die Zuschüsse für die Privatschulen kürzen wollen. Daraufhin hätte es Demonstrationen gegeben, an denen sie sich beteiligt habe. Die Landesregierung habe daraufhin ihre Kürzungspläne fallen lassen. Die Erfahrung, dass es so einfach sei etwas zu verändern, habe sie motiviert sich politisch zu engagieren. An ihrer Schule habe sie dann, gemeinsam mit anderen, eine Gruppe der Schüler-Union gegründet. Später habe sie sich dann in der Kommunalpolitik engagiert. Allerdings sei es nicht immer so einfach gewesen etwas zu verändern, wie damals bei den Demos gegen die Kürzungspläne der Landesregierung, fügte sie schmunzelnd hinzu.
Staatsverschuldung abbauen
Als Finanzpolitikerin liegt ihr der Abbau der Staatschulden besonders am Herzen. Wenn Sie in dieser Beziehung keine spürbaren Erfolge erreichen könne, wäre das für sie der Grund ihr Mandat zurückzugeben. Dass sie für ihr Ziel und damit für die junge und die kommenden Generationen kämpfen kann und will, darin ließ sie aber keine Zweifel.
Jeder Mensch ist begabt
Auf das „C“ im Parteinamen angesprochen, sagte sie, dies sei in erster Linie ein Anspruch nach innen und weniger eine Proklamation nach außen. Das „C“ bedeute, dass die Mitglieder von CDU und CSU Politik im Sinne des christlichen Menschenbildes machen wollten. Christliches Menschenbild bedeute, dass jeder Mensch begabt sei und etwas für die Gemeinschaft beitragen könne. Der Staat sei dazu da, die Menschen dabei zu unterstützen, ihnen aber nicht die Arbeit abzunehmen. Diese Grundüberzeugung könnten auch Nichtchristen, die es in der CDU durchaus auch gebe, teilen.
Warteliste bei christlichen Kindertagesstätten
Antje Tillman kannte in ihrer rheinischen Heimat niemanden, der nicht getauft war. In Thüringen hingeben gäbe es nur 20 Prozent Christen. Als in den 90er Jahren die Kindertagesstätten privatisiert worden seien, habe es deshalb große Vorbehalte gegenüber christlichen Trägern gegeben. Dies habe sich aber geändert. Inzwischen gäbe es für christliche Kindertagesstätten Wartelisten, weil Eltern es schätzten, dass etwa die christlichen Feiertage in den Kitas erklärt und gefeiert würden.
Politik ist zäh
Mitglieder der Gruppe begründeten ihre Zurückhaltung gegenüber der Politik u. a. damit, dass Veränderungen viel zu lange dauerten. Das sei in der Tat so, räumte Frau Tillmann ein. Man müsse in der Demokratie vor Entscheidungen sehr viele Menschen einbeziehen. Das brauche Zeit. Dass Entscheidungen lange brauchten, sei aber nicht nur ein Nachteil. Dadurch hätten auch schlechte politische Ideen, wie die von Extremisten, kaum Chancen umgesetzt zu werden.
Deutsch-deutsche Geschichte zum Anfassen
Nach dem Gespräch nahmen Frau Tillmann und die deutsch-rumänische Gruppe an einer Mahnwache anlässlich des 49. Jahrestages des Mauerbaues teil, die die Erfurter CDU organisiert hatte. Am Rande dieser Mahnwache kam es zu Gesprächen mit der Thüringer Finanzministerin Marion Walsmann und der Thüringer Landesbeauftragten für die Unterlagen der ehemaligen Staatssicherheit der DDR, Hildigung Neubert. Anschließend stand eine Führung durch den Thüringer Landtag auf dem Programm der Gruppe.
Der Besuch von Antje Tillmann, MdB, fand im Rahmen der diesjährigen bundesweiten Aktion "Miteinander reden - voneinander lernen: Politikerinnen und Politiker beim CVJM" statt, die in diesem Jahr zum 14. Mal in Folge stattfindet. Bundesjugendministerin Dr. Kristina Schröder hat die Schirmherrschaft dafür übernommen.
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Sigrid Müller (Referentin für Jugendpolitik)
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Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM/YMCA) ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation mit insgesamt 45 Millionen Mitgliedern. In Deutschland hat der CVJM-Gesamtverband 330.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmer. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt ist die örtliche Jugendarbeit in den 2.200 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.
Präses (Vorsitzender) des CVJM-Gesamtverbandes ist Karl-Heinz Stengel, Ministerialrat beim Landesrechnungshof Baden-Württemberg, aus Remchingen in Baden. Hauptamtlich geleitet wird der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. mit seiner Geschäftsstelle in Kassel vom CVJM-Generalsekretär. Ab dem 1. April 2011 bekleidet Dr. Roland Werner das Amt des Generalsekretärs. Während der Vakanz ist Klaus Martin Janßen kommissarischer Generalsekretär.



