Vom Grundeinkommen bis zur Bergpredigt
29.07.2010
Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB, diskutiert mit Jugendlichen beim Teen-Camp in Michelstadt
Michelstadt / Wuppertal / Berlin / Kassel (cvjm). Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (Bündnis90/Die Grünen) hat am 28.7.2010 das Teen-Camp I in Michelstadt besucht. An dem Camp nehmen 126 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren und 42 - vorwiegend ehrenamtlich - Mitarbeitende teil, von denen die meisten aus Nordrhein-Westfalen kommen.
Grundeinkommen für alle
Der Volkswirt Strengmann-Kuhn sprach sich für ein Grundgehalt von 800 bis 1000 € für alle Bürger aus. Dies sei finanzierbar. Er habe selbst entsprechende Berechnungen angestellt.
Kritik an G8
Einen breiten Raum nahm die Schulpolitik ein. Kritisch setzte sich Strengmann-Kuhn mit dem verkürzten Abitur auseinander. Besonders schwierig sei, dass das eingesparte Jahr vorwiegend in der Pubertät draufgesattelt würde. Das Argument der Befürworter von G8, dass junge Menschen früher dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen sollten, wollte er nicht gelten lassen. Da die Menschen immer älter würden, hätten sie noch genug Zeit zum Arbeiten. Zunächst einmal sei Bildung wichtig. G8 sei am ehesten noch im Rahmen einer Ganztagschule möglich. Daran fehle es aber gerade in Hessen.
Während Strengmann-Kuhn von den Jugendlichen sonst bei der gesamten Veranstaltung viel Beifall erhielt, mochten längst nicht alle seine Liebe zur Ganztagsschule teilen.
Mehr Chancengleichheit und keine Studiengebühren
Strengmann-Kuhn sprach sich für mehr Chancengleichheit in der Bildung aus. Es dürfe nicht sein, dass der Bildungserfolg von jungen Menschen immer noch vom Geldbeutel der Eltern abhänge. Das bedeute automatisch, dass er gegen Studiengebühren sei. Er selber sei Arbeiterkind. Mit Studiengebühren hätte er nie studieren können und säße jetzt vermutlich nicht hier, so der Grünen-Politiker.
Atomkraftwerke abschalten
Zu den Grünen ist Strengmann-Kuhn bereits mit 17 gekommen. Die wichtigsten Motive waren die Friedenspolitik, die Bewahrung der Schöpfung und die kritische Haltung der Partei zur Atomkraft. Wenn es nach ihm ginge, würde er die Atomkraftwerke am liebsten alle so schnell wie möglich abschalten.
Der Absolutheitsanspruch des Christentums und die Bergpredigt
Schließlich wollten die Camper von ihrem Gast wissen, wie er es denn mit dem christlichen Glauben halte. Als Jugendlicher sei er Pfadfinder und auch Kirchgänger gewesen. Im Laufe der Zeit habe er sich aber immer stärker davon distanziert. Störend am christlichen Glauben empfinde er dessen Absolutheitsanspruch, so Strengmann-Kuhn. Seiner Meinung nach gäbe es nicht nur einen Weg zu Gott. Christliche Werte, wie Nächsten- und Feindesliebe seien aber sehr wichtig für ihn. Auch die Bergpredigt wollte er nicht missen. Hier sieht er viele Schnittmengen zu grüner Politik. Zum Ökumenischen Kirchentag in München habe er dies gerade wieder festgestellt, dann, wenn es etwa um soziale Gerechtigkeit oder um den Umweltschutz gehe.
Der Besuch von Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB, fand im Rahmen der diesjährigen bundesweiten Aktion "Miteinander reden - voneinander lernen: Politikerinnen und Politiker beim CVJM" statt, die in diesem Jahr zum 14. Mal in Folge stattfindet. Bundesjugendministerin Dr. Kristina Schröder hat die Schirmherrschaft dafür übernommen.
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