Der weltweite CVJM beim internationalen Workshop in Kassel
„YMCA Education for Development in the 21st Century“
Vom 2. bis 5. Oktober 2011 traf sich eine hochkarätige internationale Gruppe des weltweiten CVJM zu einem Workshop in Kassel, um sich über das Thema „YMCA Education for Development in the 21st Century“ (CVJM-Bildung für Entwicklung im 21. Jahrhundert) Gedanken zu machen. Neben dem Generalsekretär des Weltbundes, Johan Vilhelm Eltvik, dem ehemaligen Präsidenten des Weltbundes, Martin Meißner, und dem Generalsekretär des europäischen CVJM, Juan Simeos Iglesias, waren Vertreter von Bildungseinrichtungen des CVJM aus Hong Kong, Afrika, Indien, Armenien, Amerika und England angereist. Das Treffen der „Task Force for Educational Development“ (Arbeitsgruppe für Bildung und Entwicklung) war gleichzeitig das bereits 10. Treffen der „International Coalition of YMCA Universities“ (Internationale Koalition von CVJM-Universitäten und -Colleges).
Schon vor dem Treffen sollten sich die Vertreter der jeweiligen Länder Gedanken machen zu den Entwicklungsbedarfen in deren Herkunftsländern und der besonderen Rolle von Bildung und Bildungseinrichtungen, um diesen adäquat begegnen zu können. Natürlich wurde hier insbesondere auch die Rolle der Arbeit der örtlichen CVJMs betrachtet. Nach einer eher allgemeinen Austausch- und Reflexionsrunde zu diesem Thema ging es anschließend vornehmlich um zwei sehr konkrete Projekte der weltweiten CVJM-Bildungsarbeit: die Entwicklung einer „African YMCA Renaissance University“ (Afrikanische CVJM-Renaissance-Universität) des Verbunds afrikanischer CVJM und den Aufbau des ersten internationalen Studiengangs an der CVJM-Hochschule, das Bachelorprogramm „Human Development and Leadership in Cross-Cultural Dialogue“ (Menschengerechte Entwicklung und Führungskompetenz im interkulturellen Dialog).
Zu ersterem Thema präsentierte Simon Lazarre Badiane (Executive Secretary for Leadership and Organisational Development der Africa Alliance of YMCAs) die Vision, die geschichtliche Entwicklung und den aktuellen Stand des Projektes. Anschließend berichtete Prof. Dr. Erich Schellhammer (Royal Roads University, School of Peace and Conflict Management, Victoria, BC, Kanada) von den Ergebnissen der Forschung zur Bedarfsanalyse und der Erarbeitung passender Lernziele. Die ausführliche Forschung wurde in Kooperation mit der CVJM-Hochschule (Prof. Dr. Barbara Schellhammer) im Mai 2011 in Togo durchgeführt.
Von allen Teilnehmern sehr informativ und anregend empfunden wurde vor allem auch die Darstellung der bildungspolitischen Arbeit in Deutschland von Lena Reiplinger, einer Vertreterin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch hier standen die Herausforderungen und Chancen der Entwicklungsarbeit in Afrika im Zentrum der Ausführungen.
Von den Gastgebern erklärtes Hauptziel des Workshops war es, den internationalen Studiengang „Human Development and Leadership“ noch einmal kritisch von möglichst vielen internationalen Partnern prüfen zu lassen, bevor dessen Curriculum in die Endphase der Akkreditierung geht. Barbara Schellhammer erläuterte dazu ausführlich wichtige Entwicklungsschritte und Kerninhalte des geplanten Angebots, das sich die ganzheitliche Entwicklungsarbeit und passende Führungskompetenz im interkulturellen Dialog zum Thema macht. Ohne die erklärte Mitarbeit bzw. das Mittragen durch den CVJM-Weltbund, die International Coalition of YMCA Universities und weitere Partner im weltweiten CVJM wäre ein internationaler Studiengang, der diesen Namen auch verdient, nicht denkbar. Die Rückmeldungen dazu fielen außerordentlich positiv aus und viele der Teilnehmer machten sogar konkret wertvolle Angebote zur Mitarbeit. Dabei hat die CVJM-Hochschule ihre Kontakte zum chinesischen CVJM in Hong Kong und zum YMCA George Williams College in London in Richtung Kooperation intensiviert.
Insgesamt war die gemeinsame Zeit in Kassel nicht nur über die Erwartungen hinaus produktiv, sondern vor allem auch zwischenmenschlich bereichernd, harmonisch und erlebnisreich. Auf einer gemeinsamen Wanderung durch den Bergpark, bei stilvollem gemeinsamen Abendessen und gemütlichem Beisammensein nach dem wöchentlichen Gottesdienst mit den Studierenden des CVJM-Campus kam man ins Gespräch, konnte sich an vergangenen Erinnerungen freuen und Freundschaften festigen. Zusammenkünfte wie diese spiegeln die weltweit bedeutsame Arbeit des CVJM wider, motivieren und belegen, wie gewinnbringend der interkulturelle Dialog für die eigene Arbeit ist.
Barbara Schellhammer








