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250 junge Leitende, eine gemeinsame Vision: Zu Besuch beim YMCA Kamerun

Projektbesuch beim YMCA Kamerun: Junge Leitende stärken
250 junge Leitende aus ganz Kamerun, eine Woche Gemeinschaft und eine gemeinsame Vision für den YMCA: Bei einem Projektbesuch in Kamerun konnte ich erleben, mit wie viel Engagement junge Menschen den YMCA in ihrem Land gestalten. Neben vielen Begegnungen ging es auch um die gemeinsame Projektarbeit von YMCA Kamerun und CVJM-Hoffnungszeichen – und um die Frage, wie diese zukünftig aussehen kann.

250 junge Leitende auf einem Camp
Wow, 250 junge Leitende auf einem Camp! Alle zwei Jahre organisiert der YMCA Kamerun eine nationale Konferenz für Leitende – und genau dort begann mein Besuch.

Eine Woche lang kamen junge Leitende aus lokalen YMCA-Gruppen, Branches und Regionen zusammen. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der Teilnehmenden: Junge Ehrenamtliche aus den Lokalgruppen trafen auf Vorsitzende aus den Regionen und Hauptamtliche aus dem Nationalverband. Sie alle verbindet ein gemeinsames Ziel: die Vision und Mission des YMCA in Kamerun weiterzutragen.

Gemeinsam Projekte weiterentwickeln
Nach dem Camp ging es weiter nach Yaoundé, wo sich das Büro des Nationalverbandes befindet. Von 2019 bis 2025 haben wir über CVJM-Hoffnungszeichen ein Projekt zur Ausbildung von Geflüchteten unterstützt. Gemeinsam mit dem YMCA Kamerun haben wir auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt und überlegt, wie eine zukünftige Förderung noch stärker auf die aktuellen Bedarfe vor Ort ausgerichtet werden kann.

Besonders bewegend war für mich das Treffen mit Teilnehmenden des Projekts. Die Herausforderungen für Geflüchtete bleiben groß: Wie können sie ihre Kinder versorgen? Wie lassen sich Gesundheitskosten bezahlen? Und wie finden sie ein regelmäßiges Einkommen?

Aktuell beraten wir gemeinsam über ein mögliches neues Projekt. Dabei sollen vor allem junge Ehrenamtliche im YMCA Kamerun gestärkt und für ihre Aufgaben qualifiziert werden. Im Nationalverband arbeiten lediglich sechs Hauptamtliche – ein großer Teil der YMCA-Arbeit im Land wird ehrenamtlich getragen.

Deshalb liegt hier enormes Potenzial: Wenn junge Leitende in den lokalen Gruppen gestärkt werden, kann auch die Arbeit des YMCA im ganzen Land wachsen und mehr junge Menschen erreichen. In einer neuen Projektphase könnte deshalb ein Schulungsmodell für junge Ehrenamtliche entwickelt und aufgebaut werden.

YMCA und Kirche – eine besondere Geschichte
Ein weiteres spannendes Thema während meines Besuchs war das Verhältnis zwischen YMCA und Kirche in Kamerun.

Aufgrund der politischen Situation musste sich der YMCA Kamerun in den 1960er-Jahren unter das Dach der Kirche begeben, da eigenständige gemeinnützige Organisationen nicht akzeptiert wurden. In den 1990er-Jahren wurden die YMCA-Gruppen zunehmend als fester Bestandteil der kirchlichen Arbeit wahrgenommen. Gleichzeitig wuchs innerhalb des YMCA der Wunsch nach neuer Eigenständigkeit.

Es folgten unterschiedliche Strömungen und zeitweise parallele Strukturen. Nach einem Klärungsprozess verabschiedete der YMCA Kamerun 2015 eine neue Satzung und etabliert sich seitdem wieder als eigenständige Organisation im Land.

Bei meinen Begegnungen wurde dabei immer wieder deutlich: Den Verantwortlichen ist es wichtig, dass bei aller organisatorischen Entwicklung der christliche Auftrag des YMCA sichtbar bleibt und in seinen Angeboten zum Ausdruck kommt.

Viele Begegnungen, die bleiben
Ich komme mit vielen Eindrücken zurück: von einem wunderschönen Land, das gleichzeitig vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen steht. Eine der zentralen Fragen ist, welche Perspektiven junge Menschen haben und wo sie gute Arbeitsplätze finden können.

Vor allem aber bleiben die vielen inspirierenden und eindrücklichen Begegnungen mit unseren Geschwistern im YMCA – und die Erfahrung, wie viel junge Menschen bewegen können, wenn sie Verantwortung übernehmen und darin gestärkt werden.
Claudia Kuhn, CVJM-Hoffnungszeichen
Zu Besuch im YMCA Kamerun